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Disturbed Artikel

16.06.2023 Disturbed

Graspop Metal Meeting

Dessel (Belgien)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Direkt im Anschluss an Amon Amarth noch eine weitere Wiederholung: Auch Disturbed hatte ich bereits 2019 an gleicher Stelle schon gesehen. Und auch hier war inzwischen ein neues Album mit „Divisive“ aus dem letzten Jahr zur schon langen Liste an Veröffentlichungen hinzu gekommen. Mit der untergehenden Sonne durften die vier Jungs aus Chicago, Illinois den begehrten Vorabendslot ein weiteres Mal füllen. Und wie sie das taten!
Der wirklich charismatische Frontmann David Draiman betrat dann auch passend mit „Hey You“ vom aktuellen Album die Bühne und zog alle in seinen Bann. Seine Mitstreiter Dan Donegan an der Gitarre und John Moyer am Bass boten wieder ein Feuerwerk ihres Könnens, genau so wie Mike Wengren im Hintergrund am Schlagzeug. Das Set wurde aber glücklicherweise nicht nur vom aktuellen Album gebildet, sonder bildete eine großartige Mischung von Songs aus allen Phasen ihrer fast 30-jährigen Geschichte. Mit „Stupify“ und „Ten Thousand Fists“ wurde dann erst mal richtig Fahrt aufgenommen und weit mehr als 10.000 Fäuste konnten in der Luft gesehen werden. Das brachte auch Draiman ins schwitzen, so dass er seinen schwarzen Mantel erst mal wegschmiss um in deutlich luftiger Kleidung weiter zu machen. Beeindruckend wirklich, dass die Show nicht nur um Draiman aufgebaut war, sondern auch Donegan und Moyer immer wieder in den Vordergrund traten um die Menge weiter anzuheizen. Dabei war das bei den Temperaturen absolut nicht nötig und auch so folgten alle willig.
Gegen Mitte des Sets wurde es dann beschaulicher und die Barhocker wurden auf der Bühne verteilt. „A Reason To Fight“ vom 2018er Album „Evolution“ erzeugte bereits Gänsehaut Stimmung, doch was danach geschah hatte ich so noch nie erlebt. Draiman stellte sich an den vorderen Bühnenrand und begann davon zu erzählen, das in den letzten Jahren viele seiner Freunde und Kollegen wie z. B. Chester Bennington von Linkin Park, Chris Cornell von Soundgarden oder Scott Weiland von den Stone Temple Pilots aus dem Leben getreten waren. Dann eröffnete er unter Tränen, dass er ihnen wenige Monate zuvor fast in einer von Depression und Abhängigkeit geprägten Phase gefolgt wäre. Er führte aus, dass diese beiden Dämonen überall zugegen seien, aber nicht immer offen zu erkennen sind. Sie könnten jederzeit von einem Besitz ergreifen, auch von Menschen, von denen man es eigentlich nicht erwarte. Jeder, der damit gekämpft habe, oder jemanden kenne der dies durchmache oder hinter sich habe sollte dann die Hand erheben und es war wirklich beeindruckend, wie viele Hände sich in die Luft erhoben. Sein wichtigster Appell am Ende: Ihr seid nicht allein! Und es ist wichtig sich helfen zu lassen. Da hatte nicht nur Draiman, sondern viele andere im Publikum Tränen in den Augen.
Nach soviel Emotionalität war es nicht ganz einfach mit dem Set weiter zu machen, aber mit Covern wie „Land Of Confusion“ von Genesis oder ihrem kommerziell erfolgreichsten Hit „The Sound Of Silence“ von Simon & Garfunkel war man schnell wieder zurück in der Spur. Den krönenden Abschluss bildete dann natürlich der Song mit dem sie wirklich groß geworden sind: „Down With The Sickness“ vom 2000 erschienenen Erstling „The Sickness“. Jeder warf nochmal alle übriggebliebene Energie in die Waagschale und so ging ein beeindruckender Auftritt unter großem Applaus zu Ende.
Waren sie 2019 schon sehr beeindruckend, so toppten sie den damaligen Auftritt noch bei weitem. Hit an Hit ließen kaum Luft zum Atmen und es war auch nicht wirklich wahrzunehmen, dass Draiman mit stimmlichen Problemen zu kämpfen hatte, die es in den folgenden vier Tagen für ihn unmöglich machten aufzutreten. Genauso überzeugten auch alle anderen aus der Band mit einer phänomenalen Performance. Dafür wirklich Hut ab! Insbesondere für die unglaublich emotionale und offene Ansprache von Draiman. die auch mir die Tränen in die Augen schießen ließ. Es gibt mehrere Videos davon auf YouTube und man sollte sie sich ruhig einmal anschauen! Ein Auftritt, der mir auf ewig im Gedächtnis bleiben wird!

Setlist:

  • Hey You
  • Stupify
  • Ten Thousand Fists
  • Prayer
  • Are You Ready
  • Bad Man
  • A Reason To Fight
  • Land Of Confusion (Genesis Cover)
  • The Game
  • The Sound Of Silence (Simon & Garfunkel Cover)
  • Indestructible
  • The Light
  • Down With The Sickness

 

Weblinks:

Karte:

Bilder:

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