Nachdem Bush die Bühne verlassen hatte wurde direkt fieberhaft am Aufbau für den Headliner des Abends gearbeitet. Damit man nicht weiter „gestört“ wurde, zog man ein riesiges Banner vor der Bühne hoch. Die Tour läuft im Rahmen der Veröffentlichung des aktuellen Albums „God Of Angels Trust“ und wird daher augenzwinkernd auch „GOAT - Greatest Of All Tours“ genannt. Und der Goat, die Ziege, ist in diesem Zuge omnipräsent.
Nach dem sehr enttäuschenden Beginn, hoffte ich nun auf Besserung. Bush waren mir aus den 90ern noch ein Begriff und ich freute mich sehr auf ihren Auftritt. 1991 in England gegründet hatten sie mit ihrem Alternativ Rock zum Ende der 90er im Fahrtwasser von Nirvana ihren ersten Karrierehöhepunkt. Seitdem waren etwas von meinem Radar verschwunden, aber trotzdem weiterhin sehr produktiv gewesen.
Ursprünglich sollten GEL die erste Vorband für Volbeat sein, aber noch bevor die Tour gestartet war, hatten sie sich nach internen Querelen aufgelöst. Daher musste noch schnell ein Ersatz her. Der wurde dann mit Witch Fever aus Manchester gefunden.
Nach andächtigen Klängen im Marquee Zelt ging es zum Abschluss des Tages noch einmal nach draußen vor die North Stage. Denn hier sollte Polens größter Exportschlager im Black und Death Metal Bereich seine Messe abhalten. Genau wie Opeth sind auch sie ein wahrer Dauergast auf dem Graspop denn dies sollte ihr unglaublicher neunter Auftritt auf dem belgischen Acker werden. Außerdem waren da noch weitere Parallelen: Sie wurden ebenfalls bereits 1991 gegründet und kommen mit 13 veröffentlichten Alben daher.
Nach Jinjer ging es dann entspannt rüber wieder Richtung Main Stages. Aber nicht um zum dritten Mal Slipknot zu sehen (obwohl die gerade ihre Show im Rahmen der 25. jährigen Jubiläumstour begannen), sondern wieder einmal ins große Marquee Zelt. Dort sollten die neben Dream Theater größten Recken des Progressive Metals Hof halten: Opeth aus Schweden gaben sich die Ehre.
Der Abend schritt voran und ich blieb nach Polaris an der Jupiler Stage denn hier sollte die Band auftreten, auf die ich mich schon den ganzen Tag unheimlich gefreut hatte. Jinjer aus der Ukraine legten auf ihrer Tour durch Europa einen Stopp auf dem belgischen Acker ein um mit ihrer geballten Prog-Metal Power der Menge ordentlich einzuheizen.
Wie ich schon sagte, heute war Wandertag und so ging es von der South Stage wieder ans andere Ende des Geländes zur kleineren Jupiler Stage. Ich war sehr erstaunt, als ich dort ankam, denn ich hatte nicht erwartet, dass es so dermaßen voll werden würde. Daher konnte ich die Show der australischen Metalcore Band Polaris nur von etwas weiter hinten bestaunen.
Eine weitere Metalcore Band stand auf dem Programm. Bereits zum dritten Mal waren The Ghost Inside auf dem Graspop Metal Meeting zu Gast und durften auf der South Stage mit ihrem aktuellen Album „Searching For Solace“ aus dem Jahr 2024 zeigen, was sie drauf hatten. Allen voran Sänger Jonathan Vigil, der eine solide Performance ablieferte.
Und von der Sonne vor der Jupiler Stage wieder zurück in das schattige aber recht warme Marquee (heute machte ich echt Strecke). Dort blickten mich rote Augen aus düsteren Masken von der Bühne an. Green Lung aus London feierten ihre Premiere auf dem Graspop und zelebrierten ihr Okkulitsmus, Mystik- und Hexenthema sehr eindrücklich.
Vom schattigen aber nicht gerade kühlen Marquee ging es wieder hinaus in die pralle Sonne vor die Jupiler Stage. Hier sollten Employed To Serve eigentlich um 15:00 ihr Set starten, aber durch technische Probleme ging es leider erst 10 Minuten später los. Die fünf Briten hatten rotzigen Metalcore im Gepäck und versuchten mit voller Energie in das Set zu starten.
