Von den Schwedenrockern von Ghost rüber zu den amerikanischen Hardrockern von Guns N' Roses, die mittlerweile auch auf eine 40jährige Bandgeschichte mit vielen Höhen und noch mehr Tiefen zurück blicken können. Es war vor der Bühne gut gefüllt und alles wartete auf den Beginn des Auftritts. Aber die älteren Herren ließen zunächst etwas auf sich warten. Mit 5 Minuten Verspätung begann dann ein drei Stunden dauernder Ritt durch alle bisher erschienenen Alben. Nach dem Intro vom Band und als alle Bandmitglieder auf ihren Plätzen waren begann mit "It's So Easy" vom 1987er Erstling "Appetite For Destruction" ein auf und ab der Gefühle.
Um bei den nachfolgenden Guns N' Roses einen halbwegs brauchbaren Platz zu haben, hatte ich mich während des Ghost Auftritts bereits vor die South Stage begeben und mir von dort die Show angeschaut. Daher bitte ich auch bei den Bildern die etwas ungewöhnlichen Winkel und die etwas größeren Abstände zu entschuldigen. Bei Ghost spaltet sich immer die Meinung der Metalfans. Es ist halt sehr poppig. Nichts desto trotz ist es aber auch eine wirklich beeindruckende Bühnenshow die Tobias Forge in seiner aktuellen Inkarnation Papa Emeritus IV mit seinen Nameless Ghouls da auf die Bretter zaubert.
Nach dem schweißtreibenden Auftritt Papa Roach's ging es dann mit nicht minder klangvollen Namen weiter. Alter Bridge waren die nächsten, die ich schon lange mal sehen wollte. Nachdem ich bereits das Soloprojekt Tremonti von Bandgitarrist Mark Tremonti 2018 auf dem Wacken Open Air gesehen hatte, war es nun endlich an der gesamten Alter Bridge Besatzung um Frontmann Myles Kennedy und die Creed Besatzung Mark Tremonti an der Gitarre, Brian Marshall am Bass sowie Scott Phillips gut versteckt hinter seinem Drumset.
Nachdem ich bislang nur durch die Zelte getingelt war (auch wenn das teilweise bei den Temperaturen nichts schlechtes war), ging es jetzt am späten Nachmittag endlich nach draußen vor die Main Stages. Nu-Metal Urgestein Papa Roach stand auf dem Plan und das schien nicht nur bei mir so gewesen zu sein, denn vor der South Stage war es ganz ordentlich gefüllt. Seit Anfang der 1990er Jahre mischen sie die Szene bereits ordentlich auf und heute konnte ich sie zum ersten mal endlich live bewundern.
Und weiter ging es im Zelt. Nach den harten Klängen der beiden Butcher Babies Damen nun wieder was deutlich melodischeres. The Raven Age aus Großbritannien standen nun an den kleineren Metal Dome zu erobern. Im Gepäck hatten sie sehr melodischen Metalcore und auch die Bühnenpräsenz ist gleich eine ganz andere als bei der vorherigen Band. Da war sofort Stimmung vor der Bühne und auch darauf konnte man jedem der fünf Jungs ansehen, wie viel Spaß ihnen der Auftritt machte.
Nach Orbit Culture gleich die nächste Band im Marquee Zelt. Butcher Babies um die beiden Frontfrauen Heidi Shepherd und Carla Harvey stürmten die Bühne und legten los wie die Feuerwehr. Im Gepäck hatten sie ihre aktuellen Sampler "Eye For An Eye" und "'Til The World's Blind" aus dem es gleich mal als Opener "Red Thunder" auf die Ohren gab. Den Temperaturen angemessen waren die Damen etwas leichter gekleidet und auch die Herren Ricky Bonazza am Bass, Henry Flury an der Gitarre und hinter der Schießbude Devin Nickles ließen es ordentlich krachen.
Vom kleinen Zelt Metal Dome ging es direkt weiter ins nächste, größere, dem Marquee. Hier sollte es mit der schwedischen Combo Orbit Culture etwas härter von den Klängen werden, aber gleichzeitig melodisch bleiben. Die Band, die 2013 gegründet wurde startete direkt mit "Open Eye" von ihrem 2020 erschienenen Album "Nija" voll durch. Das durchweg düstere Setting passte grundlegend, verglichen mit den aufwändigen LED Animationen im Metal Dome gab sich dieser Auftritt doch deutlich schlichter und mit deutlich weniger Action auf der Bühne.
Der erste Tag des Graspop Metal Meeting 2023 begann im Metal Dome Zelt mit der französisch-irischen Band Molybaron. Auch wenn es noch früh am Tag war, waren doch schon etliche unterwegs um sich die vier Jungs anzuhören. Da es sie erst seit 2014 gab, war das musikalische Schaffen natürlich noch relativ begrenzt. Im Grunde bestand es nur aus ihrem selbst betitelten Erstling und dem Album "The Mutiny" welches dann auch den Löwenanteil am Set bildete.
