16.06.2023 Gojira
Graspop Metal Meeting
Dessel (Belgien)
(Canon PowerShot G7 X Mark II)
Es ging von einem Höhepunkt zum nächsten. Nach Disturbed ging es jetzt rüber zu Gojira. Die Franzosen haben nach und nach ihren Weg nach oben konsequent fortgesetzt, so dass auf etliche mittlere Slots in den letzten Jahren nun endlich ein Headlinerslot bei einem großen Festival raussprang. Und so war es vor der Bühne gut gefüllt und die Spannung groß, was da jetzt kommen sollte.
Gojira, bereits seit 1996 unterwegs fuhren dann auch wirklich groß auf. Die Leinwand im Hintergrund untermalte jeden Song mit beeindruckenden Videosequenzen und am Einsatz der Lichter auf der Bühne wurde ebenso wenig gespart. Gepaart mit der beeindruckenden Performance der Band bestehend aus Sänger und Gitarrist Joseph Duplantier der von seinem Bruder Mario am Schlagzeug unterstützt wird, sowie Christian Andreu an der zweiten Gitarre und Jean Michel Labadie am Bass war das ganz großes Kino. Bereits mit dem Opener „“Born For One Thing“ vom aktuellen Album „Fortitude“ war die Marschrichtung klar. Harte und verspielte Gitarrenspuren zusammen mit der überragenden Behandlung der Schießbude von Mario Duplantier erzeugten einen Klangteppich, dem sich keiner entziehen konnte. Der Großteil des Sets wurde erwartungsgemäß von „Fortitude“ gebildet, aber auch ältere Werke sollten nicht fehlen. Spätestens bei „Flying Whales“ vom 2005er Album „From Mars To Sirius“ gab es in der Menge kein Halten mehr und es wurde lauthals mitgesungen und mitgegangen. Da brauchte die Band gar nichts tun und auch nicht viel zwischen den Songs sagen. Es wurde wirklich ein Selbstläufer.
Die Band hatte sich vom ursprünglichen Death Metal konsequent über die Jahre hinweg mit immer mehr anderen Einflüssen weiter entwickelt, so dass mittlerweile die Songs sehr technisch und frickelig daher kommen und sie weit mehr dem Progressive Metal zugeordnet werden können. Im Grunde sind diese Einordnungen aber zweitrangig. Die Musik muss überzeugen und das tat sie. Man arbeitete sich quer durch die Schaffensphasen und mit „The Gift Of Guilt“ vom 2012er Album „L’Enfant Sauvage“ war dann leider gefühlt viel zu früh der letzte Song erreicht. Dort gaben alle nochmal alles bevor mit ordentlich Konfetti Einsatz die letzten Klänge über den Acker schallten.
Ich hatte sie das erste mal nachmittags auf dem Wacken Open Air 2018 gesehen. Da fand ich die Band bereits extrem gut. Aber was sie an diesem Abend abgeliefert haben hat mich komplett überrollt. Diese Wucht, diese perfekt abgestimmte Bühnenshow, dieser perfekte Sound und die unbändige Spielfreude zusammen mit einer Menge die von der ersten bis zur letzten Note komplett mitgeht. Das konnte kaum einen nicht packen. Auch wenn die Jungs ansonsten eher für Natur- und Umweltschutz stehen, war diese Show eher das komplette Kontrastprogramm und man feuerte raus was ging an Showeffekten. Dabei wirkte es aber nicht überladen, sondern wohlüberlegt. Gojira haben definitiv bewiesen, dass sie endlich auf Headliner Level angekommen sind. Daher die klare Empfehlung: Wer die Möglichkeit hat die Jungs in der Nähe zu Gast zu haben oder ihnen auf einem Festival über den Weg zu laufen: Einfach mal drauf einlassen und sich mitreißen lassen. In meinen Augen ein absoluter Tip insbesondere Live noch einmal deutlich beeindruckender als auf CD oder im Stream.
Setlist:
- Born For One Thing
- Backbone
- Stranded
- Flying Whales
- The Cell
- The Art Of Dying
- Drum Solo
- Grind
- Another World
- Silvera
- Amazonia
- The Chant
- The Gift Of Guilt
Weblinks:
| Gojira Homepage der französischen Band Gojira. | |
| Graspop Metal Meeeting Homepage des Graspop Metal Meeting Festivals in Dessel (Belgien). |



























