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Ghost Artikel

15.06.2023 Ghost

Graspop Metal Meeting

Dessel (Belgien)

(Canon PowerShot G7 X Mark II)

Um bei den nachfolgenden Guns N' Roses einen halbwegs brauchbaren Platz zu haben, hatte ich mich während des Ghost Auftritts bereits vor die South Stage begeben und mir von dort die Show angeschaut. Daher bitte ich auch bei den Bildern die etwas ungewöhnlichen Winkel und die etwas größeren Abstände zu entschuldigen. Bei Ghost spaltet sich immer die Meinung der Metalfans. Es ist halt sehr poppig. Nichts desto trotz ist es aber auch eine wirklich beeindruckende Bühnenshow die Tobias Forge in seiner aktuellen Inkarnation Papa Emeritus IV mit seinen Nameless Ghouls da auf die Bretter zaubert.
Da sie im Rahmen ihrer Tour zum aktuellen Album "Impera" hier halt machten gabt es nach dem Intro "Imperium" den Song "Kaisarium" als Opener. Der machte direkt klar, dass heute wieder alle Register der Showkunst gezogen werden würden. Das Publikum war direkt auf Betriebstemperatur und jubelte Forge zu. Wie bei Ghost üblich beschränkte sich die Interaktion mit dem Publikum auf ein Minimum. Forge trat als Emeritus IV zunächst im Anzug auf die Bühne und seine Nameless Ghouls genannten Musiker verbargen ihr Antlitz hinter Steampunk ähnlichen Helmen. Das ganze wirkte wie ein riesiges Musical, wo jeder Darsteller genau seinen Einsatz kannte und seine ihm zugewiesene Rolle spielte. Erstaunlicherweise wurde einer ihrer größten Hits "Rats" vom 2018er Album "Prequelle" bereits an zweiter Stelle der Setlist rausgehauen. Auch sonst war es eine Ansammlung der größten Hits der Band die vortrefflich zusammengestellt wurde.
Das theatralische kommt insbesondere auch durch die wechselnden Kostümierungen Forges. Bei "Miasma" durfte dann wie bereits auf früheren Konzerten Papa I noch mal im Glassarg auf die Bühne geschoben werden um das Saxophon Solo zu absolvieren, bevor es für ihn direkt wieder zurück hinter die Bühne ging. Die Menschen vor der Bühne feierten mit den Ghouls auf der Bühne, die ebenfalls das Spiel mit der Menge in Perfektion beherrschten, auch wenn man durch die Helme keinerlei Stimmung erkennen kann. Aber ihre Körper sprachen Bände, so dass klar war, wie viel Spaß auch sie an diesem Auftritt hatten. Die Zeit und die Hits schritten voran und so kam man zu einem der Highlights mit "Dance Macabre". Jetzt kamen die Konfettikanonen zum Einsatz und durch die vielen bunten Lichter die ins Publikum geworfen wurden kam man sich direkt wie in einer Disco vor. Und so tanzte man ausgelassen zu den rockigen Klängen bevor die Band nach "Square Hammer" von der 2016er EP "Popestar" dann endgültig die Bühne verließ.
Eines muss man Ghost lassen: Auch wenn sie musikalisch eher seicht sind und auf Metal-Festivals polarisieren, so verstehen sie es wie kaum eine zweite Band sich groß in Szene zu setzen. Wie bereits geschrieben gleicht ein Ghost Auftritt immer einem Musical mit großem Pomp, großer Theatralik sowie einer überragenden optischen Präsentation. Das hat so ein bisschen immer was von einem Alice Cooper Konzert, auch wenn ich sagen muss, dass der Altmeister immer noch diesbezüglich deutlich die Nase vorn hat. Ich hatte den Ghost Auftritt mehr oder minder nebenbei mitgenommen während ich auf den Guns N' Roses Auftritt gewartet hatte und dafür war er auch gewohnt gut (ist halt mittlerweile meine 3. Ghost Show). Trotzdem werde ich musikalisch nicht wirklich warm mit ihnen. Aber abgesehen davon: Wer auf spektakuläre Shows mit eher weichgespültem Metal steht wird hier immer gut unterhalten und sollte sich überlegen mal eine Show zu besuchen. Es lohnt sich in jedem Fall.

Setlist:

  • Imperium
  • Kaisarion
  • Rats
  • Faith
  • Spillways
  • Cirice
  • Hunter's Moon
  • Watcher In The Sky
  • Year Zero
  • Miasma
  • Mary On A Cross
  • Mummy Dust
  • Kiss The Go-Goat
  • Dance Macabre
  • Square Hammer

 

Weblinks:

Karte:

Bilder:

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