Das Finale des dritten Festivaltages stand bevor und das mit einer Premiere. Zum ersten Mal standen Nine Inch Nails auf dem Graspop auf der Bühne. Leider hatte es sich nach der grandiosen Show von Korn schon deutlich geleert. Dabei hätten die zwei Jungs aus den USA durchaus ein größeres Publikum verdient gehabt. Punkt Mitternacht tönten die ersten Klänge vom „Laura Palmer’s Theme“ aus den Lautsprechern und eine vollkommen im Nebel gehaltene Bühne wurde vorsichtig von ersten Scheinwerfern erhellt.
Das erste Mal an diesem Tag ging es vor die großen Bühnen. Die Sonne war untergegangen und es war gut gefüllt. Die nun folgende Band war auch eine auf meiner Liste von Bands, die ich unbedingt mal live sehen wollte. Korn aus Kalifornien durften den heutigen Abend headlinen und hatten jede Menge altes und kaum neues im Gepäck.
Die Zeit am dritten Tag des Graspop Metal Meeting schritt voran und es ging zurück ins Marquee, wo es bereits picke packe voll war vor der Bühne. Das hatte leider auch den negativen Nebeneffekt, dass es in dem Zelt deutlich heißer und stickiger war als in der prallen Nachmittagssonne. Der Grund dafür war die mongolische Band The Hu, die ihren Metal mit mongolischen Einflüssen aufpeppen.
Weiter geht es am Tag der Kontraste. Vom düsteren Primordial nun wieder hinaus in die Sonne vor die Jupiler Stage, wo es ein weiteres mal Hard Rock gab, dieses mal aber von der australisch-amerikanischen Band The Dead Daisies. Das einzige verbliebene Gründungsmitglied ist Gitarrist David Lowy, der eine Sammlung aus verschiedenen Genregrößen um sich schart.
Es war immer noch sehr warm und so blieb ich nach Sylosis direkt im schattigen Marquee Zelt. Mit Primordial ging es stilistisch dann etwas mehr in härtere Gefilde. Sie sind eines der Urgesteine des Celtic Metal mit ihrer Mischung aus Black und Pagan Metal mit Folk Einflüssen und verbreiten ihre Botschaften bereits seit 1987. Erstaunlich hierbei ist, dass trotz fast 40 jähriger Historie es kaum Besatzungswechsel gab.
Zurück im großen Marquee Zelt gab es dann wieder härtere Klänge auf die Ohren. Sylosis aus dem Vereinigten Königreich wollten mit ihrer Mischung aus Thrash mit Melodic Death Einflüssen zeigen, was sie können. Aus der ursprünglichen Formation ist nur noch Gitarrist und Sänger Josh Middleton übergeblieben, der aber mit seinen fetten Growls so richtig die Bühne abriss.
Von den poppigen Klängen Self Deceptions nun wieder raus zur Jupiler Stage, wo es guten alten klassischen Hardrock geben sollte. Dirty Honey aus den USA waren angekündigt und eröffneten eine kurzweilige Reise in die 70er und 80er die an Bands wie AC/DC, Led Zeppelin, Rolling Stones oder Aerosmith erinnerte.
Auch heute wird der Tag sich vorwiegend auf der kleinen Bühne und im kleinen Zelt abspielen. Die Sonne stand wieder hoch am Himmel und im Metal Dome war es zu dieser frühen Tageszeit ungewöhnlich kuschelig. So voll hatte ich es mittags selten erlebt. Aber hier wurde gleich auch ordentlich was geboten mit den vier Jungs von Self Deception aus Schweden.
Nach der dunklen und düsteren Stimmung im Zelt ging es raus in die Sonne zu Last Train aus Frankreich. Auch hier war es noch nicht all zu voll vor der Bühne, aber der muntere rockige Sound lud direkt dazu ein mitzumachen.
Draußen schien bereits wieder die Sonne, aber im Metal Dome sollte es jetzt düster werden. Vowws ist ein Dark-Industrial-Pop Projekt der beiden Australier Arezo „Rizz“ Khanjani und Matthew „Matt“ James Campbell, die allerdings in Los Angeles beheimatet sind. Vor der Bühne war es extremst leer, was ich nur selten bislang erlebt hatte. Die musikalische Mischung, die die beiden in den kommenden 40 Minuten präsentieren sollten waren aber für ein solches Festival auch recht speziell.
