Nach dem schweißtreibenden Auftritt Papa Roach's ging es dann mit nicht minder klangvollen Namen weiter. Alter Bridge waren die nächsten, die ich schon lange mal sehen wollte. Nachdem ich bereits das Soloprojekt Tremonti von Bandgitarrist Mark Tremonti 2018 auf dem Wacken Open Air gesehen hatte, war es nun endlich an der gesamten Alter Bridge Besatzung um Frontmann Myles Kennedy und die Creed Besatzung Mark Tremonti an der Gitarre, Brian Marshall am Bass sowie Scott Phillips gut versteckt hinter seinem Drumset.
Nachdem ich bislang nur durch die Zelte getingelt war (auch wenn das teilweise bei den Temperaturen nichts schlechtes war), ging es jetzt am späten Nachmittag endlich nach draußen vor die Main Stages. Nu-Metal Urgestein Papa Roach stand auf dem Plan und das schien nicht nur bei mir so gewesen zu sein, denn vor der South Stage war es ganz ordentlich gefüllt. Seit Anfang der 1990er Jahre mischen sie die Szene bereits ordentlich auf und heute konnte ich sie zum ersten mal endlich live bewundern.
Und weiter ging es im Zelt. Nach den harten Klängen der beiden Butcher Babies Damen nun wieder was deutlich melodischeres. The Raven Age aus Großbritannien standen nun an den kleineren Metal Dome zu erobern. Im Gepäck hatten sie sehr melodischen Metalcore und auch die Bühnenpräsenz ist gleich eine ganz andere als bei der vorherigen Band. Da war sofort Stimmung vor der Bühne und auch darauf konnte man jedem der fünf Jungs ansehen, wie viel Spaß ihnen der Auftritt machte.
Nach Orbit Culture gleich die nächste Band im Marquee Zelt. Butcher Babies um die beiden Frontfrauen Heidi Shepherd und Carla Harvey stürmten die Bühne und legten los wie die Feuerwehr. Im Gepäck hatten sie ihre aktuellen Sampler "Eye For An Eye" und "'Til The World's Blind" aus dem es gleich mal als Opener "Red Thunder" auf die Ohren gab. Den Temperaturen angemessen waren die Damen etwas leichter gekleidet und auch die Herren Ricky Bonazza am Bass, Henry Flury an der Gitarre und hinter der Schießbude Devin Nickles ließen es ordentlich krachen.
Vom kleinen Zelt Metal Dome ging es direkt weiter ins nächste, größere, dem Marquee. Hier sollte es mit der schwedischen Combo Orbit Culture etwas härter von den Klängen werden, aber gleichzeitig melodisch bleiben. Die Band, die 2013 gegründet wurde startete direkt mit "Open Eye" von ihrem 2020 erschienenen Album "Nija" voll durch. Das durchweg düstere Setting passte grundlegend, verglichen mit den aufwändigen LED Animationen im Metal Dome gab sich dieser Auftritt doch deutlich schlichter und mit deutlich weniger Action auf der Bühne.
Der erste Tag des Graspop Metal Meeting 2023 begann im Metal Dome Zelt mit der französisch-irischen Band Molybaron. Auch wenn es noch früh am Tag war, waren doch schon etliche unterwegs um sich die vier Jungs anzuhören. Da es sie erst seit 2014 gab, war das musikalische Schaffen natürlich noch relativ begrenzt. Im Grunde bestand es nur aus ihrem selbst betitelten Erstling und dem Album "The Mutiny" welches dann auch den Löwenanteil am Set bildete.
An diesem Abend sollte es mal wieder etwas spezieller werden. Auf zwei Wacken Open Air Festivals hatte ich diese schottische Combo bereits gesehen, deren Namen öfters auch schon zu Verwirrung geführt hatte. Denn hierbei handelte es sich nicht um die Kalifornische Rock Band Red Hot Chili Peppers, wie viele fälschlicherweise lesen, sondern um eine schottische Rock N’ Pipes Band.
Durch Corona war auch ihr Auftritt in der Coesfelder Fabrik umgelegt worden und viele schienen auch noch das Risiko sich in Menschenmengen zu begeben zu scheuen, denn leider war das Konzert nicht sonderlich gut besucht. Nichts desto trotz machte sich dann gegen 20:00 doch gute Laune breit, als die sieben Mann und eine Frau die Bühne betraten und klar machten, dass sie heute Abend richtig Bock auf ihren Auftritt hatten.
Beinahe exakt drei Jahre sind seit meinem letzten Konzertbesuch bei Metallica auf dem Maimarktgelände in Mannheim vergangen. Eine schiere Ewigkeit, die Corona uns allen da beschert hatte und ich habe es richtig vermisst in der Menge vor einer Bühne zu stehen. Auch Saltatio Mortis hatten sich das anders vorgestellt, als sie 2019 ihr Jubiläumskonzert zum 20-jährigen Bestehen im Jahr 2020 angekündigt hatten. Sollte dies zu der Zeit noch in Köln im Palladium an zwei Abenden stattfinden, wurde es erst auf 2021 verschoben und dann noch ein weiteres Mal auf 2022. Um sich noch etwas weiter abzusichern, dass das Konzert auch wirklich stattfinden konnte, wurde es zusätzlich noch nach Gelsenkirchen ins Amphitheater verlegt, wo es open-air stattfand um mögliche Infektionsrisiken noch weiter zu minimieren. Das hatte zum einen den positiven Nebeneffekt, dass es nur ein Konzertabend brauchte und durch die wesentlich größere Kapazität noch mehr Leute teilnehmen konnten.
Ein schöner November Abend 2019 und jede menge Menschen vor dem Turock in Essen. Ein ausverkauftes Haus zur Tour des Erstlings von John Diva And The Rockets Of Love “Mama Said Rock Is Dead” mit Rosy Vista als Vorgruppe.
2014 hatte ich die muntere Truppe das erste Mal auf dem Wacken Open Air gesehen. Damals noch ohne große Erwartungen hatten sie diese deutlich übertroffen. Und so ließ ich es mir nicht nehmen sie ein weiteres Mal zu sehen. Nachdem die Stimmung nach Rosy Vista schon ausgezeichnet war, schaffte es John Diva wirklich nochmal mehr Fahrt aufzunehmen.
Der Abend wurde eröffnet von Rosy Vista. Mir waren die vier Damen, die da die Bühne betraten zuvor gänzlich unbekannt, dabei haben sie bereits eine sehr lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Anfang der 80er gegründet waren sie Deutschlands erste rein weibliche Hardrockband und spielten sehr erfolgreich als Vorband von Größen wie Mötley Crüe, Jon Bon Jovi, Joe Cocker und anderen. Doch genau so schnell wie sie erschienen sind verschwanden sie wieder von der Bühne und bereits 1990 lösten man sich wieder auf.
